Zusammenfassung:Der Apothekenmarkt wächst beträchtlich, doch wegen gestiegener Kosten müssen immer mehr Apotheken sc
Der Apothekenmarkt wächst beträchtlich, doch wegen gestiegener Kosten müssen immer mehr Apotheken schließen.
Laut IQVIA wächst der deutsche Apothekenmarkt 2024 trotz bundesweiter Rezession um fast acht Prozent.
Der Umsatz erreichte über 55 Milliarden Euro, besonders rezeptpflichtige Arzneimittel legten mit rund 8,3 Prozent zu.
Die Anzahl der Apotheken sinkt jedoch weiter und erreicht den niedrigsten Stand seit 1978 mit nur 17.041 Apotheken.
Obwohl sich die deutsche Wirtschaft 2024 in einer Rezession befand, schaffte es der Apothekenmarkt deutlich zu wachsen. Laut eines Bericht des Beratungsunternehmens IQVIA stieg der Umsatz der Apotheken um fast acht Prozent.
Insgesamt sei der Markt so auf über 55 Milliarden Euro – oder 1,72 Milliarden verkaufte Packungen – gewachsen. Das bedeutet, dass Apotheken in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 1,4 Prozent mehr Packungen verkauft haben als noch 2023.
Grade im Vergleich zur restlichen Wirtschaft, die im Jahr 2024 um 0,2 Prozent schrumpfte, ist das ein beeindruckendes Ergebnis. Die Gründe für den Erfolg sind vielschichtig.
Gründe für Wachstum
Besonders bei den verschreibungspflichtigen Arzneimittel lief es laut IQVIA gut. Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Präparaten wuchs 2024 um ganze 8,3 Prozent. Allein der Markt für Rezept-Arznei lag so bei 48,7 Milliarden Euro – was 810 Millionen verkauften Packungen entspricht.
Eine weitere Untergruppe, die besonders gut performte, waren die patentgeschützten Produkte. Diese legten besonders im chemischen und Biotec-Bereich zu: Der Umsatz wuchs um satte 22 Prozent.
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Doch auch alltäglichere Arzneimittel – sogenannte Over-the-Counter-Produkte (OTC) – wurden häufiger verkauft. Diese Mittel sind in Apotheken ohne Rezept erhältlich. Hier stieg der Umsatz laut Bericht jedoch nur um fünf Prozent.
Das ist zwar immer noch ein beträchliches Wachstum, verglichen mit anderen Medikamenten ist es jedoch unterdurchschnittlich. Das Gesamtvolumen der OTC-Arznei belief sich auf 6,7 Milliarden Euro.
Versandapotheken, wie die Shop Apotheke oder künftig auch Dm, versendeten vergangenes Jahr 300 Millionen Packungen OTC-Arznei. OTC-Arzneimittel sind bei Versandapotheken also noch immer mit Abstand die beliebtesten Produkte.
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Trotz dieser beeindruckenden Zahlen, die eine gesunde Branche vermuten lassen, konnten nicht alle Apotheken vom gestiegenen Umsatz profitieren.
2024 mussten über 500 Apotheken schließen
Denn laut Angaben der Abda, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, ist die Zahl der Apotheken in Deutschland 2024 erneut stark gesunken. Somit hat Deutschland aktuell so viele Apotheken wie zuletzt in 1978.
Inzwischen gibt es noch 17.041 Apotheken in Deutschland, es sind 530 Apotheken weniger als noch in 2023. Die Gründe für das Apotheken-Sterben sind vielfältig. Wie andere Unternehmen haben auch Apotheken mit gestiegenen Kosten zu kämpfen und leiden unter der Inflation. Viele sind schlicht nicht profitabel.
Schon 2023 machte jede zehnte Apotheke Verluste, wie aus einer Analyse der Treuhand Hannover hervorgeht. Jede Dritte befand sich demnach in betriebswirtschaftlicher Gefahr.